Barbara Wendelken

Barbara Wendelken

 

Ich hab schon immer gern gelesen und geschrieben. In meiner Kindheit war jemand, der Bücher schreibt, für mich allerdings in etwa so weit entfernt wie der Mann im Mond. Es lag überhaupt nicht im Bereich des Möglichen, dass ich, die kleine Barbara aus Schwanewede, auch ein Buch schreiben könnte. Und dabei ist es lange Zeit geblieben. Erst als Erwachsene habe ich mich wieder auf meine Lust am Wort besonnen. Das war lange vor der Möglichkeit, ohne Verlag zu veröffentlichen. Trotzdem habe ich eines Tages gewusst: Ich will das, ich will Autorin werden.
Mein erster Versuch, einen Roman zu schreiben, liegt ziemlich genau 25 Jahre zurück. Es sollte ein witziger Frauenroman werden und ich habe ziemlich schnell aufgegeben. Damals war ich noch hauptberuflich Kinderkrankenschwester.
Und doch ließ das Schreiben mich nicht mehr los, ich hatte Blut geleckt. Bald probierte ich etwas Neues aus. Märchenhafte Fantasy, dann ein Kinderbuch, es folgte der erste Kriminalroman für Erwachsene. In dieser Reihenfolge habe ich auch veröffentlicht. Zuerst ein kleines Märchen, dann ein Kinderbuch, dann ein Kriminalroman. 1993 ist mein erstes Buch erschienen, 1995 habe ich im Krankenhaus gekündigt.  Ich war mir ganz sicher: Schreiben, das ist meins.
Der Umgang mit Sprache hat mich schon als Schülerin fasziniert. Heute frage ich mich, warum ich nicht eher auf die Idee gekommen bin, etwas daraus zu machen.
Allerdings profitiere ich sehr von meinen Jahren im Krankenhaus. Einerseits verfüge ich über ein solides medizinisches Grundwissen, was gerade beim Krimischreiben von Vorteil ist. Andererseits bin ich dort sehr vielen unterschiedlichen Menschen begegnet, ich habe Menschen in Ausnahmesituationen erlebt und häufig hinter die Fassaden geschaut. Darauf kann ich heute noch beim Schreiben zurückgreifen.
Ich kann nur zu Hause in meinem Zimmer an meinem PC auf meiner Tastatur schreiben. Leider. Ich beneide alle Kollegen, die mit dem Netbook in der freien Natur sitzen und an ihren Büchern arbeiten.
Bei mir scheitert das schon daran, dass ich mit zehn Fingern und ziemlich schnell schreibe. Auf der Netbook-Tastatur verhasple ich mich andauernd. Da muss ich mich so stark auf das Tippen konzentrieren, dass ich den Faden meiner Geschichte verliere. Schade eigentlich …
Natürlich ist mir  klar, dass ich die Arbeit der Polizei stark vereinfacht darstelle. Die Wirklichkeit, die mir durchaus bekannt ist, würde den Rahmen sprengen und das Buch zu einer Dokumentation über den Polizeialltag werden lassen.  Allein die Anzahl der Beamten, die in einer Mordkommission arbeiten, wer soll sich die ganzen Namen merken? Ich orientiere mich also an der „Tatort-Realität“, wie die meisten meiner Kollegen.
Ich schreibe JEDEN Tag, auch am Wochenende. Drei Seiten sind Minimum, fünf normal, über alles andere freue ich mich. Darüber hinaus bin ich in Gedanken ständig in meiner aktuellen Geschichte unterwegs. Ich notiere meine „Geistesblitze“ auf kleinen Zetteln, die ich am nächsten Morgen in die Geschichte einbastle oder verwerfe. Oft genug sitze ich mitten in der Nacht im Bett und schreibe etwas auf.
Zur Entspannung arbeite ich gern in meinem Garten, der ziemlich groß ist. Oft habe ich das Gefühl, dass er mir im wahrsten Sinn des Wortes über den Kopf wächst, aber das ist in Ordnung. Wenn alles blüht, kann ich ein bisschen Chaos gut aushalten.
Ich denke, dass Bücher wichtig sind für das, was man altmodisch Herzensbildung nennt. Nie kommen wir einer erdachten Person so nah wie beim Lesen.
Es ist beruhigend zu wissen, dass das Buch, den ewigen Unkenrufen zum Trotz, immer noch einen hohen Stellenwert hat.

Eine schöne Zeit in Martinsfehn wünscht
Barbara Wendelken

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