Das Dorf der Lügen

Das Dorf der Lügen

Piper Verlag, München, 2014

 
Taschenbuch Originalausgabe
ISBN 978-3-492-30473-3
432 Seiten, € 9,99

E-Book
ISBN: 978-3-492-96487-6
€ 8,99

Audible Hörbuch
ASIN B01N5OT4T9
€ 18,57

"Treffend und mitunter boshaft beschreibt Barbara Wendelken die Normalität eines Dorfes von heute. Spannend und anschaulich erzählen kann die Autorin allemal."

Radio Bremen

 

Eines Abends geht im Polizeirevier Martinsfehn ein Hinweis ein, dass sich jemand auf Claasens Hof herumtreibt. Zwei Beamte machen sich auf den Weg. Dunkelheit, Regen, ein verlassenes Gehöft, der unerfahrenen Polizeikommissarin Viktoria Engel gehen die Nerven durch und sie erschießt einen harmlosen Sechzehnjährigen, Rouven Kramer, den Sohn des Pastors. Vollkommen geschockt gelingt es Viktoria, den Kollegen zu überzeugen, eine Notwehrsituation zu konstruieren.


Doch die Dorfgemeinde hegt starke Zweifel am angeblichen Tathergang und es kommt zu offenen Anfeindungen gegen die Polizei. Es stellt sich heraus, dass Rouven Kramer nicht allein bei Claasen war, aber die Zeugin meldet sich nicht. Dann geschieht ein Mord, bei dem jemand die Tatumstände auf Claasens Hof nachgestellt hat und Hauptkommissar Renke Nordmann, Leiter des Polizeireviers Martinsfehn, muss befürchten, dass seine Tochter Aleena darin verwickelt ist. In Martinsfehn breiten sich Misstrauen und Zweifel aus, bis niemand mehr dem anderen traut …

 


Aus dem Inhalt:

.… Der Lichtschein seiner Lampe huschte über die Backsteinfassade des Hauses. Bei Nacht wirkte Claasens Hof wie verwundet, das kaputte Dach, die leeren Fenster, die scheinbar lautlos um Hilfe riefen. Richtig unheimlich.

„Hier ist keiner“, wiederholte er stur und stapfte sehr entschieden Richtung Haus, immer dem Lichtkegel der Taschenlampe folgend, vielleicht, um Viktoria zu imponieren, oder einfach, weil die Dienstvorschrift es so verlangte... 

... Rouven lag auf dem Rücken, ganz gerade, wie aufgebahrt. Als hätte ihn jemand liebevoll in das nasse Gras gebettet.
Sie gingen weiter und untersuchten gemeinsam die Rückseite von Claasens Haus. In der Remise hatte Rouven sich eine Art Lager eingerichtet.
Nola van Heerden legte den Kopf schief und nahm das Bild in sich auf. „Eine Kerze in einem Glas“, murmelte sie. „Das wirkt im Taschenlampenzeitalter romantisch.“
„Romantisch?“ Mit der Hand zeigte Renke auf das Kaninchen, das mit dem Kopf nach unten in der Remise hing, noch nicht ganz kalt, die Kehle aufgeschnitten. Ein Ausbeinmesser steckte im Holz und an einem Pfosten lehnte eine Schrotflinte.
„Oh.“ ...