Die stille Braut

Die stille Braut

Piper Verlag, München, 2015

 
Taschenbuch Originalausgabe
ISBN 978-3-492-30706-2
512 Seiten, € 9,99

E-Book
ISBN: 978-3-492-97010-5
€ 8,99

Audible Hörbuch
ASIN B01N6Z8RQW
€ 20,44

"Die stille Braut ist packende Unterhaltung, genau richtig für einen stürmischen Herbsttag."

hallo-buch.de

 

Der dunkelste Winter seit 60 Jahren will einfach nicht enden, als der Fund einer jungen Frau die Ortschaft Martinsfehn erschüttert. Oberkommissarin Nola van Heerden, die gerade erst ihren Dienst wieder aufgenommen hat, übernimmt den Fall. Am Kreihenmeer, einer im Sommer sehr beliebten Freizeitanlage, haben Gemeindearbeiter die Tote entdeckt. Ein langes weißes Nachthemd, ein Blumenstrauß, ein Ehering und rote Rosenblätter lassen nicht nur Nola an eine Braut denken. Die Todesursache ist eine traurige Überraschung.

Sehr bald steht fest, dass die Tote vor vier Jahren spurlos aus einem Internat für Gehörlose verschwunden ist. Der damalige Ermittler, Oberkommissar Renke Nordmann, inzwischen Revierleiter in Martinsfehn, konnte den Fall nicht lösen. Ihn quält der Gedanke, dass er etwas Entscheidendes übersehen, vielleicht sogar einen Fehler gemacht haben könnte.

Nola stößt auf ein Netz aus Lügen und alten Geheimnissen. Sie ist überzeugt, dass einzig die junge Frau, die im Internat das Zimmer mit der Toten geteilt hat, ihr weiterhelfen kann. Doch Yasmina schweigt beharrlich, während es in Martinsfehn weitere Tote gibt ...

 


Aus dem Inhalt:

Keine Anwohner und damit potentielle Zeugen, dachte Nola und dass der Täter den Platz sehr klug gewählt hatte. Das hier war ein ruhiger, sehr friedlicher Ort, der etwas Heiles, Erhabenes ausstrahlte. Gleichzeitig verspürte sie einen Hauch von Melancholie, weil die Anlage so verwaist wirkte, wie ein längst vergessenes Paradies. Das Wasser, der Strand, der in eine gepflegte Rasenfläche überging, im Hintergrund die hohen Bäume, Silberpappeln, wie es aussah, und darüber ein glasklarer Winterhimmel von beinahe durchsichtigem Grau.

 

 

 

… Die Tote trug ein weißes, wadenlanges Gewand, scheinbar ein Nachthemd, mit breiten Trägern und einem viereckigen, mit Spitzen verzierten Ausschnitt. Warum auch immer fiel Nola sofort das Wort züchtig ein. Die Tote sah aus wie ein braves, anständiges Mädchen. Ihr Alter schätzte Nola auf Anfang zwanzig. Sie lag auf dem Rücken, die Augen waren geschlossen und die Hände unterhalb der Brust übereinandergelegt, aber nicht gefaltet. Sie war ungeschminkt und trug weder Schuhe noch Strümpfe.
Unter die Hände hatte jemand einen Strauß aus künstlichen Rosen geschoben, der billig wirkte und bei näherem Hinsehen eingestaubt…